Es ist ein Lehrstück deutscher Politik: Eine Ministerin steht im Regen – nicht wegen ihrer Fehler, sondern wegen der Feigheit ihrer eigenen Partei.
Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, kämpft gerade nicht nur mit der Industriekrise, sondern mit einem CDU-Apparat, der sie offenbar lieber fallen lässt, als geschlossen hinter ihr zu stehen.
Reiche steht für das, was Deutschland so dringend bräuchte:
Sachverstand, klare Sprache, Mut zur Verantwortung.
Doch statt Rückendeckung bekommt sie Gegenwind aus den eigenen Reihen.
Jene, die sie ins Amt gehievt haben, scheinen vergessen zu haben, dass politische Führung Loyalität verlangt – nicht parteitaktisches Wegducken.
Während Deutschland in Energie- und Standortfragen den Anschluss verliert, wird ausgerechnet die Frau, die die Widersprüche offen ausspricht, zur Zielscheibe parteiinterner Machtspiele.
Man lässt sie allein mit den Folgen einer Politik, die über Jahre versäumt hat, Struktur, Investition und Innovation zusammenzudenken.
Das Problem ist größer als Reiche.
Es zeigt eine CDU, die lieber den Streit verwaltet, als die Zukunft zu gestalten.
Die sich in „Brandmauern“, Flügelkämpfen und Schattendebatten verheddert – und ihre eigenen Fachleute opfert, wenn sie unbequem werden.
Wer so mit Verantwortung umgeht, hat den Anspruch auf Führungsfähigkeit verspielt.
Denn Kompetenz braucht Rückendeckung, nicht Distanz.
Und Katherina Reiche steht heute exemplarisch für das, was aus dieser Partei geworden ist:
Ein Verband von Zauderern, die lieber schweigen, als zu stehen.
Wenn eine Ministerin im Regen steht, steht bald das ganze Land im Sturm.
